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Eine Resolution und ihre Debatte – Was ist passiert?

Von Eva Schlotheuber | Im Frühjahr 2018 trugen Petra Terhoeven und Dirk Schumann die Idee an den Verband heran, eine Resolution der Historikerinnen und Historiker zu den aktuellen politischen Herausforderungen zu entwerfen, um sie auf dem Münsteraner Historikertag in der Mitgliederversammlung zur Diskussion und Abstimmung zu stellen. Diese Idee entsprang seinerzeit ihrer Diagnose einer wachsenden Bedrohung der demokratischen Grundlagen »in Deutschland sowie in zahlreichen anderen Ländern« angesichts des europaweiten Aufstiegs des Rechtspopulismus.

Is history an (a)-political discipline?

Von Antia Wiersma | German historians are in the midst of a heated discussion about how the professional association of historians should figure in social and political debate. On 14 February the Verband der Historiker und Historikerinnen (VHD) – the German counterpart of the Royal Netherlands Historical Society (KNHG) – organized a meeting with supporters and opponents of this debate in Berlin.

Geisteswissenschaften in der Defensive? Neue Perspektiven und Herausforderungen -Ein Interview mit Eva Schlotheuber

Liebe Frau Schlotheuber, im September 2016 auf dem Historikertag in Hamburg wurden Sie zur Vorsitzenden des VHD gewählt. Was ging Ihnen damals durch den Kopf? Auf der Mitgliederversammlung ging es vor meiner Wahl ja recht turbulent zu, sodass ich dachte, hm – das wird sicher spannend! Was hat Sie in der ersten Hälfte Ihrer Amtszeit angetrieben? In den zurückliegenden zwei Jahren gab es einige »alte«, aber auch neue Anliegen, die den Verband und mich als Vorsitzende beschäftigt haben. Zu den zentralen alten Anliegen gehört die …

Wie politisch ist die deutsche Geschichtswissenschaft? – Ein Interview mit Anna-Lena Scholz

Wie wichtig ist Geschichte für unsere Demokratie aus Ihrer Sicht als Journalistin? Es ist – egal ob als Journalistin oder Bürgerin – vor allem wichtig, sich diese Frage überhaupt zu stellen, um sich die Historizität demokratischer Prozesse immer wieder zu vergegenwärtigen. Dafür braucht es natürlich die Geschichtswissenschaft, die in ihrer Forschung die politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Kontexte sichtbar macht, die Demokratie in der Vergangenheit und Gegenwart verhindert oder ermöglicht haben. Und es braucht Schulen, die dieses Wissen für relevant erachten. Aber natürlich ist die …

Editorial: LIEBE MITGLIEDER DES VERBANDES,

von Eva Schlotheuber   die aktuellen Entwicklungen machen uns mehr als deutlich, wie wichtig historisches Wissen und die Fähigkeit ist, sich in der Geschichte zu orientieren. Umso problematischer ist es, dass das Wissen um die historischen Zusammenhänge in der Vormoderne und der Moderne im Schulunterricht immer weiter in den Hintergrund rückt. Gleichzeitig haben einige Bundesländer den Geschichtsunterricht bereits drastisch zusammengestrichen. Wenn jedoch wir die Wissensvermittlung und den kritischen Umgang mit Fakten und Fiktionen in der Schule nicht in die Hand nehmen, dann werden andere die …

Gegen »jeden geistigen Provinzialismus«

Gerhard A. Ritter als Vorsitzender des Historikerverbandes (1976 bis 1980) Autor: Jens Thiel Ausgesprochen positiv – wie auch sonst? – bilanzierte Gerhard A. Ritter auf dem 32. Historikertag 1978 in Hamburg die erste Hälfte seiner Amtszeit als Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands (VHD): »Die Umwandlung unseres Verbandes von einer Vereinigung, die ihre Hauptaufgabe in der Vorbereitung von Historikertagen sieht, zu einer Organisation, die sich die umfassende Vertretung des Faches Geschichte gegenüber der Öffentlichkeit und staatlichen Stellen sowie die Zusammenarbeit mit der Geschichtswissenschaft des Auslandes …

Die AG Internationale Geschichte stellt sich vor

Die Internationale Geschichte erlebt eine Renaissance. Nachdem sie in Deutschland längere Zeit im Schatten anderer Teildisziplinen stand, rückt sie seit etwa zwei Jahrzehnten innerhalb der Zunft und darüber hinaus wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Begriff der »Internationalen Geschichte« wird längst nicht mehr nur die Geschichte der Außenpolitik und der Diplomatie in einem engen Sinne verstanden. Vielmehr reflektiert er die

Positionspapier zu den Überlieferungen der Neuen Sozialen Bewegungen

AutorInnen: Jürgen Bacia und Cornelia Wenzel »Zur Zukunft der Archive von Protest-, Freiheits- und Emanzipationsbewegungen« – unter diesem Titel hat der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) im Frühjahr 2016 ein Positionspapier veröffentlicht, das sich mit den Überlieferungsdefiziten im Bereich der Neuen Sozialen Bewegungen beschäftigt. Erarbeitet hat dieses Papier der Arbeitskreis Überlieferungen der Neuen Sozialen Bewegungen im VdA. Mit dem Positionspapier möchte der VdA die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Quellen dieser Bewegungen lenken, weil sie Teil des kulturellen Erbes und damit für die Geschichtsschreibung und …