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Horizon 2020 und seine Perspektiven für die Geschichtswissenschaft

Autorin: Nora Hilgert »Something is rotten in the state of Denmark« – mehr als 300 Jahre, nachdem der shakespearesche Hamlet über den Zustand Dänemarks klagte, fragen nicht wenige von uns beim Blick auf die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften, ob heute nicht etwas in der Europäischen Union falsch läuft. Bis zum Ende dieses Jahres muss das EU-Förderprogramm Horizon 2020 zwischenevaluiert werden. Sowohl die Mitgliedsstaaten als auch die Wissenschaftseinrichtungen der einzelnen Länder haben die Möglichkeit, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Dies wurde vonseiten der Bundesregierung, …

Wie nachhaltig ist die Exzellenzinitiative für die Geisteswissenschaften?

Autorin: Vernessa Oberhansl Eine Podiumsdiskussion mit Birgitta Wolff, Tilman Reitz, Ulrich Schüller, Martin Schulze Wessel, Peter Strohschneider, moderiert von Jan-Martin Wiarda Der Bund setzt die Förderung der Spitzenforschung fort, auf die Exzellenzinitiative folgt die Exzellenzstrategie. Der neue Name ist nicht die einzige Veränderung. Umfasste das Förderprogramm mit Graduiertenschulen, Exzellenzclustern und Zukunftskonzepten der Universitäten zuvor drei große Förderlinien, wurden die Graduiertenschulen gestrichen. Die Exzellenzstrategie hat zwei Förderlinien: Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten. Die Entscheidung trifft nicht auf ungeteilte Zustimmung. Ob die Veränderungen den Geisteswissenschaften nützen oder schaden und …

War die Zukunft früher besser? Akademische und außerakademische Berufsperspektiven in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften

Stephan Lessenich eröffnet die Tagung "Berufsperspektiven in den Geisteswissenschaften"

Im Februar 2017 haben die Fachverbände Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) in Kooperation mit der Schader-Stiftung erstmalig eine gemeinsame wissenschaftspolitische Konferenz zum Thema »Berufsperspektiven in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften« veranstaltet. Ausgangspunkt der Veranstaltung waren die prekären Bedingungen, unter denen der sogenannte Mittelbau oder wissenschaftliche Nachwuchs über die Fächergrenzen hinweg arbeitet. Befristete Qualifizierungs- und Projektstellen führen zu mangelnder Planbarkeit der Karrieren …

Universitäre Organisationsstruktur und wissenschaftliche Berufsperspektiven

Autor: Jens Borchert Zehn Thesen wider die allzu einfachen Lösungen1 1 (Fast) Niemand will eine Departmentstruktur um ihrer selbst willen errichten. Nach einer langen Phase des Schweigens in eigener Sache gibt es gegenwärtig eine rege Diskussion in den Geistes- und Sozialwissenschaften. In dieser Debatte sind zwei wichtige Fragen – jene nach der angemessenen Organisationsstruktur der Universitäten und jene nach der Möglichkeit besserer Berufsperspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses – bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander vermengt. Das hat beiden Themen nicht gut getan. So wird gegenwärtig mehr über die …

Bratislava Declaration of Young Researchers

Erfolgreicher Startschuss der Bratislava Declaration of Young Researchers – das erste Brainstor-ming-Treffen in Brüssel am 18. März 2016, v. r. n. l.: Miguel Jorge, Bruno González Zorn, Charikleia Tzanakou, Emília Petríková, Lynn Kamerlin, Autor/-innen der BDYR, und Andrej Kurucz sowie Daniel Straka der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft.

Foto: Erfolgreicher Startschuss der Bratislava-Deklaration junger Forscher/-innen – das erste Brainstorming-Treffen in Brüssel am 18. März 2016, v. r. n. l.: Miguel Jorge, Bruno González Zorn, Charikleia Tzanakou, Emília Petríková, Lynn Kamerlin, Autor/-innen der BDYR, und Andrej Kurucz sowie Daniel Straka der slowakischen EU-Ratspräsidentschaft. AutorInnen: Shane Bergin, Sarah Glück, Miguel Jorge, Ciara Judge, Lynn Kamerlin, Clara Isabel Luján MartÌnez, EmÌlia PetrÌková, Piotr Sankowski, Charikleia Tzanakou, Bruno González Zorn Die Bratislava-Deklaration junger Forscher/-innen versucht durch die Formulierung von Herausforderungen und klaren Lösungsansätzen Universitäten, Nationalstaaten sowie die …

Gegen die drohende Schließung der Central European University (CEU) in Budapest

Logo zur Unterstützung der Central European University in Ungarn: I stand with CEU

Der VHD protestierte gegen die Gesetzesänderung der Regierung Orbán, die die Existenz der CEU bedroht Der VHD protestierte am 3. April 2017 gegen die umstrittene Änderung des ungarischen Hochschulgesetzes, die das Bestehen der Central European University (CEU) bedroht. Sie wurde am 4. April 2017 vom ungarischen Parlament verabschiedet. Ungeachtet aller internationalen Proteste zeigt sich die Regierung Orbán unbeeindruckt und scheint ihre fremdenfeindliche Rhetorik zu verstärken. Presseerklärung des VHD vom 3. April 2017 Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. (VHD) protestiert gegen die geplante …

Vom Nutzen und Nachteil der Exilforschung für das Leben

Carola Dietze Kann die historische Exilforschung einen Beitrag zur gegenwärtigen »Flüchtlingskrise« leisten? Es war diese Frage, die zu dem Symposium »Wissen auf der Flucht« Anlass gab.1 Die Grundidee ist einfach: Die historische Forschung hat umfangreiches Wissen zur Geschichte der akademischen Emigration und Remigration nach 1933 hervorgebracht. So verfügen wir über detaillierte Kenntnisse bezüglich der Erfahrungen von Individuen und Gruppen – darunter viele Akademiker und Wissenschaftler – , die es nach Istanbul, Amsterdam und Paris, nach Manchester, New York, São Paulo oder Schanghai verschlug. Auch über …

Förderprogramm für verfolgte Wissenschaftler: die Philipp Schwartz-Initiative

Die Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn vom Garten aus gesehen

Ein Interview mit Barbara Sheldon, Alexander von Humboldt-Stiftung Frau Sheldon, die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) hat die Philipp Schwartz-Initiative zur Unterstützung verfolgter Wissenschaftler gestartet. Was waren die Motive der Stiftung, eine solche Initiative einzurichten? Die aktuelle Flüchtlingssituation verdeckt den Blick darauf, dass politische Verfolgung weltweit in vielen Ländern ein Problem und meist kein Massenphänomen ist. Vielmehr werden gerade Wissenschaftler oft ihr Opfer, die durch Faktenorientierung, Freiheitsliebe, aber auch durch ihre Position als Multiplikatoren an Hochschulen ins Visier geraten. Ein Hilfssystem für diese Menschen, ob aus …

Der Historikertag 2016 in Hamburg

Bebilderung Historikertag Hamburg, Fotograf Olaf Pascheit

Ein Interview mit Martin Schulze Wessel Herr Schulze Wessel, der 51. Deutsche Historikertag steht vor der Tür, und erstmals wird es ein Partnerland außerhalb Europas und Nordamerikas geben. Was gab den Ausschlag, Indien als Partnerland zu wählen? Es gibt eine lange Tradition der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Indien in Deutschland, ich erwähne nur den bedeutenden Religionswissenschaftler und Indologen Friedrich Max Müller (1823 – 1900), der allerdings nicht in Deutschland, sondern seit 1850 in Oxford lehrte. Zudem gibt es ein aktuelles Interesse, das sich auch in den …

Der Nachwuchs aus Sicht der Mittelalterlichen Geschichte. Ein Interview mit Andreas Ranft

Lieber Herr Ranft, bitte geben Sie uns einen kurzen Einblick in den Beginn Ihrer akademischen Karriere. Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gesetzt? Mein Studium war nicht mit einem bestimmten Berufsziel verbunden geschweige denn mit der Idee, Professor zu werden. Ich wollte mich bilden und fühlte mich an der Universität vom Curriculumszwang der Schule endlich entbunden und empfand die Universität als Hort geistiger Freiheit und selbstbestimmten Lernens und Lebens – das habe ich weidlich genutzt und genossen, indem ich vieles andere und nicht nur …