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Geschichtswissenschaften an irakischen Universitäten – Eine Bestandsaufnahme 2018/19

Von Jenny Rahel Oesterle und Bashar Ibrahim | Im VHD Journal 2018 erschien ein Artikel der Historikerin und Islamwissenschaftlerin Sonja Hegasy über Geschichtsbilder und Geschichtswissenschaften in Gesellschaften der arabischen Welt, der insbesondere die Notwendigkeit der historischen Auseinandersetzung mit postkolonialem Erbe ins Zentrum stellte.1 Der vorliegende Artikel nimmt gegenüber dieser übergreifenden Sichtweise auf die arabische Welt einen regionalen Fokus vor: Vorzustellen ist ein Projekt, das den aktuellen Stand der Geschichtswissenschaften an Universitäten des Irak zu erfassen sucht.

Studierende als Kunden, Universitäten als Dienstleister – Zum Wandel des Wissenschaftssystems in Großbritannien

Von Christina von Hodenberg | Die britischen Universitäten befinden sich in einem rasanten Wandel – und daran hat der bevorstehende Brexit noch gar keinen Anteil. Die Wissenschaftspolitik der letzten zehn Jahre, seit dem Antritt der konservativen Regierung Cameron im Jahr 2010, setzte auf eine stark wettbewerbs- und kennzahlenbasierte Reform. Die Universitäten sollten wie auf einem Markt um ihre Kunden, die Studenten, konkurrieren. Die Geisteswissenschaften traf dies besonders hart.

Wohin entwickelt sich unser Wissenschaftssystem und was ist die Rolle der Geschichtswissenschaft?

Von Susanne Rau | Die Diagnose, die dem Positionspapier von Eva Schlotheuber zu entnehmen ist, lautet, dass das Wissenschaftssystem sich in einem permanenten Kreislauf von Reformen und Reförmchen befindet.1 Die Zustands-beschreibung könnte auch lauten: Wir sind alle »außer Atem«, da wir – nicht beabsichtigt, aber als Mitglieder des Systems – Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Wettlaufs nach »je mehr, desto besser« sind – mehr Studierende, mehr Drittmittel, mehr Publikationen.

Generalversammlung des CISH in Moskau – Ein Reisebericht

Autorin: Nora Hilgert  – Geschäftsführerin VHD Die Dienstreise an und für sich gehört für uns alle zum Berufsleben. Kurzstrecke, Langstrecke, Auto, Bus, Bahn oder gar das Flugzeug. Herausforderungen unseres mobilen Lebens. Die Arbeitsroutine bei Vorstand, Ausschuss und mir als Geschäftsführerin des VHD ist davon nicht ausgenommen, speziell nicht, wenn es gilt, internationale Termine wahrzunehmen. Im Oktober 2017 war der VHD als Mitglied des CISH zur routinemäßigen Generalversammlung eingeladen worden. Der Internationale Historikerverband lädt seine Mitglieder, die nationalen Verbände und internationalen Gesellschaften in einem Fünfjahreszeitraum zweimal …

Geisteswissenschaften in der Defensive? Neue Perspektiven und Herausforderungen -Ein Interview mit Eva Schlotheuber

Liebe Frau Schlotheuber, im September 2016 auf dem Historikertag in Hamburg wurden Sie zur Vorsitzenden des VHD gewählt. Was ging Ihnen damals durch den Kopf? Auf der Mitgliederversammlung ging es vor meiner Wahl ja recht turbulent zu, sodass ich dachte, hm – das wird sicher spannend! Was hat Sie in der ersten Hälfte Ihrer Amtszeit angetrieben? In den zurückliegenden zwei Jahren gab es einige »alte«, aber auch neue Anliegen, die den Verband und mich als Vorsitzende beschäftigt haben. Zu den zentralen alten Anliegen gehört die …

Auszug aus der Komfortzone?

Ein Artikel von Lutz Raphael   »Die meisten von uns dürfen zwar von sich behaupten, dass sie gute Arbeiter waren. Aber waren wir auch immer gute Staatsbürger?« (Marc Bloch) Die Debatte darüber, ob Historiker sich mehr in die öffentlichen Debatten einmischen sollen, ist ein Evergreen. Die Frage entsteht angesichts anhaltender Politikdistanz, ja -abstinenz der meisten Fachvertreter; dass sie vor allem unter uns diskutiert wird, verweist wiederum auf eine eher geringe Nachfrage in der politischen Öffentlichkeit nach irgendwelchen historischen Kontroversen mit Aktualitätsbezug. Nur ein kleiner Kreis …

The politics of history in Hungary

Artikelbebilderung_Berend_St._Stephen_Eszter

Ein Artikel von Nora Berend A crown, sent to Stephen by the head of the Christian Church to consecrate him king. King, who creates a nation and a homeland […]. This crown made it possible for Hungary to join Europe […]. This alone would have been sufficient […] to see it as the living symbol of the Hungarian state, the expression of national unity […]. This is why Hungarians still exist outside the borders of the country, and the crown of St. Stephen is their …