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Editorial VHD Journal 2016

Martin schulze wessel LIEBE MITGLIEDER DES VERBANDES, aus der Vergangenheit sind selten einfache Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen. Gleichwohl bietet die Geschichte einen Erfahrungsraum für die Debatte über aktuelle politische Fragen. Darum ging es in einer Tagung, die der Historikerverband am 17. Dezember 2015 in Kooperation mit der Max Weber Stiftung, dem Deutschen Historischen …

Das Archivportal-D – ein neuer Zugang zu historischen Quellen in Verbindung mit der Deutschen Digitalen Bibliothek

Archivportal-D

Gerald Maier und Christina Wolf Quellen in Archiven sind die zentrale Grundlage für die historische Forschung. Mit dem Archivportal-D (www.archivportal-d.de)1 besteht seit Herbst 2014 ein zentraler kostenloser Einstiegspunkt für die Online-Recherche nach deutschen Archiven und Archivgut. Das Portal ermöglicht übergreifende Recherchen in Beständeübersichten und Findmitteln aus Archiven verschiedenster Sparten wie Staats- und Kommunalarchiven, Wirtschafts- oder …

Forschungsliteratur und Dienstleistungen für die Geschichtswissenschaft: Fachinformationsdienste gehen an den Start

Gregor Horstkemper Zu den Herausforderungen des wissenschaftlichen Alltags gehört es, in Zeiten stagnierender oder schrumpfender Bibliotheksetats möglichst schnellen Zugang zu den für die Forschung und Lehre relevanten Veröffentlichungen zu bekommen. Nur ein Bruchteil der eigentlich als anschaffenswert betrachteten Monografien und Sammelbände kann an der eigenen Instituts- oder Universitätsbibliothek erworben werden, Zeitschriftenabonnements werden gestrichen, Fachdatenbanken werden …

Einführung. Wissenschaftlicher Nachwuchs: Unwucht im System korrigieren

Martin Schulze Wessel Die Lage an den deutschen Hochschulen ist, auch in den Geisteswissenschaften, in vielerlei Hinsicht gut: Der Spezialisierungsgrad der Forschung ist hoch, Forschungsmittel stehen durch die nationalen und europäischen Förderinstitutionen in beträchtlichem Maße zur Verfügung, und man kann an fast allen deutschen Universitäten wieder gebührenfrei studieren. Im Vergleich mit vielen anderen europäischen Ländern …

Der Nachwuchs aus Sicht der Zeitgeschichte. Ein Interview mit Thomas Etzemüller

Wann haben sich für Sie die Weichen gestellt, einen wissenschaftlichen Berufsweg einzuschlagen? Nach der Promotion wusste ich nicht, ob ich tatsächlich im Wissenschaftsbetrieb bleiben will. Um Zeit zu gewinnen, hatte ich erfolgreich ein DFG-Projekt beantragt und anschließend eine Stelle an einem SFB bekommen. Erst als ich 2003 zum Juniorprofessor berufen worden bin, war mir klar, …

Der Nachwuchs aus Sicht der Mittelalterlichen Geschichte. Ein Interview mit Andreas Ranft

Lieber Herr Ranft, bitte geben Sie uns einen kurzen Einblick in den Beginn Ihrer akademischen Karriere. Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Studium gesetzt? Mein Studium war nicht mit einem bestimmten Berufsziel verbunden geschweige denn mit der Idee, Professor zu werden. Ich wollte mich bilden und fühlte mich an der Universität vom Curriculumszwang der Schule …

Auf Eisschollen. Die akademische Laufbahn in Zeiten diversifizierter Qualifikationswege

Fabian Krämer Dass es Mut erfordert, sich für eine akademische Laufbahn zu entscheiden, ist nicht neu. Ungewöhnlich ist hingegen die Intensität, mit der die Situation des »wissenschaftlichen Nachwuchses« in Deutschland derzeit innerhalb wie außerhalb des akademischen Betriebs diskutiert wird.1 Diese Chance sollte von Seiten der Geschichtswissenschaft genutzt werden; denn der Weg hin zur Professur ist …

Der Nachwuchs aus Sicht der Frühen Neuzeit. Ein Interview mit Barbara Stollberg-Rilinger

Die Universität Münster ist seit 1997 Mittelpunkt Ihrer Forschung und Lehre. Geben Sie uns einen kleinen Einblick in Ihren Karriereverlauf. Ich habe nie systematisch geplant, Hochschullehrerin zu werden; das hat sich mehr oder weniger einfach so ergeben. Nach dem Staatsexamen bot mir mein damaliger Prüfer eine Mitarbeiterstelle an, weil gerade eine frei war. Nach der …

Nachwuchswissenschaftler und »maîtrise de conférences« in Frankreich

Johann Chapoutot Die Deutschen sind zurück! Hier geht es nicht um Fußball und Weltmeisterschaft, sondern um Wissenschaft – und der Witz soll die Stimmung in unseren Berufungskommissionen erheitern, wo wir Dozenten und Professoren »wählen« (Frankreich ist schließlich ja eine Demokratie) sollen. Als Mitglied vieler dieser Kommissionen konnte ich das Phänomen selbst beobachten: Viele Kollegen aus …