Die Internationale Geschichte erlebt eine Renaissance. Nachdem sie in Deutschland längere Zeit im Schatten anderer Teildisziplinen stand, rückt sie seit etwa zwei Jahrzehnten innerhalb der Zunft und darüber hinaus wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Begriff der »Internationalen Geschichte« wird längst nicht mehr nur die Geschichte der Außenpolitik und der Diplomatie in einem engen Sinne verstanden. Vielmehr reflektiert er die Dynamik von Märkten, Netzwerken und Öffentlichkeiten zwischen lokalen, nationalen und globalen Einheiten in ihren Rückwirkungen auf die systemische Eigenlogik der Staatenwelt.

Die AG Internationale Geschichte greift den Prozess der Revitalisierung des Forschungsfeldes der internationalen Beziehungen auf und zielt darauf, ihn zu fördern und zu verstetigen. Sie richtet sich epochenübergreifend an Historiker und historisch arbeitende Wissenschaftler anderer Fachrichtungen, die sich in diesem Sinne für Internationale Geschichte interessieren.

Alle zwei Jahre hält die AG eine Tagung ab, die als Forum des wissenschaftlichen Austausches und der persönlichen Begegnung dient. Bisher standen im epochenübergreifenden Blickpunkt von der Antike bis zur Gegenwart die Themen »Medien der Außenbeziehungen« (Würzburg 2015) sowie »Strukturen und Prozesse grenzüberschreitender institutionalisierter Zusammenarbeit« (Essen 2017). In ähnlicher Weise wird sich die Jahrestagung 2019, die in Eichstätt stattfindet, dem Zusammenhang von »Außenbeziehungen und Erinnerungskultur« widmen.

Seit zwei Jahren vergibt die AG einen mit 1 000 € dotierten Dissertationspreis, mit dem hervorragende Leistungen in Erforschung und Darstellung von Themen der Internationalen Geschichte gewürdigt werden. 2016 erhielten den Preis Felix Schürmann für seine Frankfurter Dissertation über »Walfänger und Küstengesellschaften an den tiefen Stränden afrikanischer Geschichte, ca. 1770–1920« und Thomas Zimmer (Freiburg) für seine Studie über die »Geschichte der internationalen Gesundheitspolitik von 1940–1970«; 2017 wurde Sarah Ehlers für ihre Berliner Dissertation über »Koloniale Schlafkrankheitsbekämpfung, europäische Identitäten und moderne Medizin, 1890–1914« ausgezeichnet.

Den derzeitigen Vorsitz der AG Internationale Geschichte führt

Prof. Dr. Dominik Geppert