Die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission (DUHK) wurde im September 2014 vom Ausschuss des VHD initiiert. In der Folge wurde ein Vertrag zwischen dem Deutschen und dem Ukrainischen Historikerverband geschlossen und eine gemeinsame Satzung vereinbart, mit der die DUHK über eine institutionelle Grundlage verfügt.

Nach einer internen Arbeitssitzung in München fand bereits am 28./29. Mai 2015 in Berlin die erste Konferenz der DUHK in Kooperation mit dem Imre Kertész Kolleg Jena und der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (LMU München / Universität Regensburg) zum Thema »Revolution und Krieg: Die Ukraine in den großen Transformationen des neuzeitlichen Europa« statt. Eine audiovisuelle Tagungsdokumentation finden Sie auf LISA – dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung.

Vom 14. bis 15. Januar 2016 veranstaltete die Kommission eine zweite internationale Tagung an der Katholischen Universität Lviv zum Thema »Reconciliation in Post-Dictatorship Societies in the 20th and 21st Centuries: Ukraine in an international Context«. Eine Tagungsdokumentation ist in Vorbereitung. Die Konferenz konnte durch eine großzügige Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Robert Bosch Stiftung sowie des Tkuma Institute for Holocaust Studies ermöglicht werden.

Im März 2016 ist die Kommission nach erfolgreicher Antragstellung in eine dreijährige Förderung durch den DAAD überführt worden. Die Robert Bosch Stiftung hat ebenfalls eine zweijährige Förderung bewilligt, um die Arbeit der Kommission zu unterstützen. Zur Arbeit der DUHK zählen u.a. die Veranstaltung jährlicher Konferenzen und Sommerschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, die Vergabe von Stipendien für deutsche und ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Konzeptionierung und Initiierung eines Online-Portals zur deutsch-ukrainischen Geschichte, die Publikation einer Schriftenreihe sowie die Initiierung von Forschungsprojekten. Im Januar 2016 wurde die DUHK um einen internationalen Beirat erweitert.

Die von politischer Einflussnahme freie Arbeit der DUHK wird sich in den kommenden Jahren zunächst auf folgende Kernbereiche und Themenfelder der deutschen, ukrainischen und deutsch-ukrainischen Geschichte konzentrieren: Erster und Zweiter Weltkrieg in Deutschland und der Ukraine, deutsche Besatzungspolitik, Holocaust, Nachkriegszeiten und Holodomor. Auf dem 51. Deutschen Historikertag ist die DUHK mit einer Sektion zum Gedenken an 75 Jahre Babyn Jar präsent.

Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Außenminister der Ukraine, Pawlo Klimkin, haben 2016 die Schirmherrschaft über die Deutsch-Ukrainische Historikerkommission übernommen.

 

 

Der DUHK gehören derzeit folgende Mitglieder an:

Prof. Dr. Guido Hausmann, Regensburg

Prof. Dr. Tanja Penter, Heidelberg

Prof. Dr. Martin Schulze Wessel, München (Sprecher)

PD Dr. Kai Struve, Halle (Saale)

Dr. Ricarda Vulpius, Berlin / München

Dr. Anna Veronika Wendland, Marburg

Prof. Dr. Polina Barvinska, Odessa

Prof. Dr. Gelinada Grinchenko, Kharkiv

Prof. Dr. Jaroslav Hrytsak, Lviv (Sprecher)

Prof. Dr. Vladyslav Hrynevych, Kyiv

Prof. Dr. Oleksandr Lysenko, Kyiv

Prof. Dr. Juri Shapoval, Kyiv

Dr. Igor Shchupak, Dnipro

 

Dem internationalen Beirat der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission gehören an:

Prof. Dr. Andreas Kappeler, Wien

Prof. Dr. Jan Kubik, London

Prof. Dr. Jutta Scherrer, Paris

Prof. Dr. Frank Sysyn, Alberta

Prof. Dr. Mark von Hagen, Arizona (Sprecher)

 

 

Bild: Eindrücke aus Lviv im Januar 2016, Fotografin: Nora Hilgert